Von Ubuntu über Arch Linux zu Fedora

Warum für mich Ubuntu der perfekte Einstieg in das Linux Ökosystem war und weshalb ich nun bei Fedora gelandet bin, das alles in folgendem Beitrag.

Der Einstieg / Umstieg auf Ubuntu

Der Einstieg aka. Umstieg auf Ubuntu ist mittlerweile echt schon etwas länger her. Beim Testen der Windows 8 Beta ist mir, wie Schuppen von den Augen gefallen, wie doof doch Windows ist. Das soll jetzt nicht als genereller Rant verstanden werden, eher als persönliche Meinung. Ich fand es einfach nicht besonders geil, dass Microsoft mir aus den USA einfach vorschreiben kann, wie mein Desktop auszusehen hat. Mit den vorhergehenden Versionen von Windows hatte ich das noch akzeptiert, Metro schlug dem Fass aber die Kacheln aus.

Ich hatte immer mal wieder mit Ubuntu geliebäugelt und Windows 8 war der perfekte Grund umzusteigen. Aus der Retrospektive hab ich es auch nie bereut. Einzig nicht schon vorher umgestiegen zu sein, ärgert mich etwas. Ich hätte in vielem schon weiter sein können, statt Windows spezifischen Computer-Voodoo-Ballast (wie Optimierungstools und Antivirensysteme) anzuhäufen. Aber besser spät umgestiegen als gar nicht umgestiegen.

Ubuntu war die erste Distribution, die mich willkommen heißen durfte. Es war nicht alles perfekt und ich hab, gerade mit Grafiktreibern und Co. einige frustrierende Stunden zugebracht. Es lief aber erstaunlich viel out of the box. Ich erinnere mich auch daran, nach gut einem Monat über den Berg gewesen zu sein. Danach hatte ich nicht mehr das Gefühl auf Windows zurück zu müssen, wenn etwas nicht so klappte, wie ich es gewohnt war.

Ich fand damals (2012) auch Unity ziemlich gut und innovativer als Metro auf Windows. Lange Zeit war Ubuntu auch die absolut richtige Wahl für einen Einsteiger wie mich damals. Als ich noch herausfand, was sich alles mit dem Terminal anstellen lässt, war ich sowieso geteased.

Rolling Release und Arch

Irgendwann, ungefähr nach 2 Jahren, wollte ich alles etwas mehr bleeding edge. Mir reichte die „konservative“ Updatepolitik seitens Canonical nicht mehr aus, und ich wollte eine Rolling Release Distribution benutzen. Zuerst dachte ich ja noch, von Ubuntu käme vielleicht eine RR Version, was sich später aber, auch durch Aussagen von Mark Shuttleworth, zerschlug.

Arch war für mich dann die logische Wahl. Ich fand es schon ziemlich sexy, sich den Desktop komplett selber zusammenzubauen. Auch die größere Entscheidungsfreiheit, angefangen beim Dateisystem hin zu Bootloader, Oberfläche und Co waren faszinierend. Arch ist insgesamt eine gute Wahl für erfahrenere Benutzer, die gerne Rolling Release benutzen wollen und mit dem AUR ist so gut wie alles an Software verfügbar, was unter Linux zu haben ist.

Witzigerweise hat mich Arch auch von Unity entwöhnt. Ich bin etwas widerwillig auf Gnome umgestiegen und habe es mittlerweile lieben gelernt. Gerade beim zwischenzeitlichen Intermezzo mit Ubuntu bin ich sogar direkt auf Ubuntu Gnome umgestiegen. Unity war einfach über die Jahre überaltert ohne wirkliche Upgrades zu erhalten. Leider ist ja auch Unity8 nicht mehr offiziell in Planung, wobei mit Gnome ein mehr als adäquater Ersatz zur Verfügung steht!

Warum jetzt Fedora?

Eigentlich könnte man meinen, der Artikel sei jetzt vorbei, aber nein. Es geht natürlich noch weiter. Jetzt kommt nämlich die Faulheit zum Zug und ein bisschen auch die Gewohnheit. Linux war nicht mehr das Neue sondern das Gewohnte. Das stabile Produktivsystem. Ich spiele mittlerweile auch weniger mit meinen Systemen rum.

Ich mag Arch natürlich nach wie vor sehr gern. Gegen Ende meiner Arch-Periode habe ich auch mehrheitlich Antergos benutzt. Natürlich auch, weil ich einfach mehr mit anderen Dingen zu tun hatte. Ich wollte in erster Linie ein System welches funktioniert. Ich hätte jetzt natürlich auch Ubuntu umsteigen können, gerade nach der neuerlichen Abkehr von Unity und der Zuwendung zu Gnome. Das habe ich auch für kurze Zeit gemacht, bis es mich mal wieder in den Fingern gejuckt hat.

Fedora sollte es werden, auch weil ich OpenSuse bis heute etwas strange finde. Wozu brauch ich bitte Yast? (Wahrscheinlich hasst mich jetzt die Hälfte der Leser und die andere Hälfte denkt genauso.) Auch war Fedora DIE Gnome Distribution und bekommt Updates für Gnome noch am schnellsten, teilweise sogar vor Arch. Auch war das out of the box Erlebnis ausschlaggebend. Es sollte erst einmal funktionieren, und das tut es, sogar sehr gut. Wer Gnome benutzen möchte und wo der Unterbau (Paketmanager und Ökosystem) nicht so die riesen Rolle spielt, dem rate ich auf jeden Fall Fedora zumindest zu testen!

Wohin geht die Reise?

Ich gebe es zu: Ich bin mal wieder angefixt. Das neue Ziel der Begierde ist die Atomic Workstation von Fedora + Rawhide (die RR Paketquellen von Fedora). Ich mag den Modularisierungsgedanken. Auch deswegen bin ich vor ungefähr einem Jahr zu Fedora gewechselt. Ich möchte mein System auch auf den gestrigen Stand zurückrollen können! Wenn das noch mit BTRFS und den Subvolumes adäquat verheiratet wird, bin ich absolut all in.

Habt Ihr Gedanken dazu? Schreibt sie gern bei Facebook unter meinen Blogpost oder in die Facebook Gruppe Linux statt Windows!

PS: Benutzt kein Kali liebe Kinder!