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Das Internet ist kaputt und wie die Blockchain es reparieren kann

Das Internet ist kaputt aber Blockchain und Federation schaffen Abhilfe

Das Internet, zumindest so wie es intendiert war, ist ein teilweise anderes, als das was wir heute kennen. Geboren mitten im kalten Krieg, sollte das damalige Arpanet, Kommunikation auch ermöglichen wenn ein Knotenpunkt durch einen Atomschlag ausfiele. Es war also wirklich ein Netz, wie man es sich auch vorstellen kann. Es gibt Knotenpunkte, über die Kommunikation von A nach B gelangt. Fällt einer dieser Knoten aus, übernimmt ein anderer und die Kommunikation bleibt gewährleistet.

Problem bei dem Ganzen ist aber, die Zentralisierung der letzten Jahre und Jahrzehnte. Aus Kosten- und Effizienzgründen gibt es mittlerweile riesige Serverfarmen, die wenn sie ausfielen, das halbe Internet mit sich nähmen. Anschaulich wird das am besten vermittelt, wenn Google mal wieder Schluckauf hat und gefühlte 80% des Internets mit sich in die Tiefe reißt. Was ist aber, wenn so eine Firma (Und ja, es ist bisher auch keine Institution, auch wenn das Wort „googlen“ in allerlei Wörterbüchern Einzug fand.) mal pleite geht?

Internet in den letzten Jahren, war wie eine Runde Agario. Zum Schluß bleiben aber nur Amazon, Facebook und Google übrig. Ich kaufe bei Amazon, ich bin bei Facebook und ich suche mit Google. Wer dort nicht auftaucht, existiert formal gar nicht. Das bringt aber auch noch weitere Probleme mit sich. Oben genannte Ausfälle oder Pleiten zum Beispiel. Auch die Ohnmacht der Nutzer gegenüber diesen Giganten. Wie kann das Internet gefixt werden?

Blockchain, Meshes und Federation

Drei Dinge die mich in Wellen immer mal wieder begeistern konnten waren eben Meshes, Federation und eben die Blockchain. Zuerst trat dabei das Meshnetzwerk in mein Leben und zwar in Form von Firechat und Freifunk. Ich fand die Idee dahinter einfach verlockend, parallel zum Internet Strukturen aufzubauen, die gerade nach den Snowden Enthüllungen Alternativen schafften. Freifunks primäres Ziel ist es eben nicht freies WLAN zur Verfügung zu stellen, sondern ein freies Netz, welches nur sekundär mit dem Internet verbunden ist.

Auch Firechat fand ich auf Anhieb sympathisch. Darüber sollte man nämlich via Bluetooth und WLAN mit Menschen aus der direkten Umgebung chatten können. Dabei diente das eigene Smartphone aber auch automatisch als Knotenpunkt. Gerade der arabische Frühling hatte gezeigt, dass sowas gebraucht wird. Dort wurden zum Teil einzelne soziale Medien oder wahlweise das ganze Internet einfach ausgeschaltet, in der Hoffnung die Stimmung werde sich schon wieder legen.

Deep Learning ist auch gerade ein Buzzword, was aber nur mit entsprechenden Ressourcen realisierbar wird. Statt Serverfarmen könnte dann die Blockchain dafür sorgen, dass digitale Intelligenzen (digitale Assistenten wie der Google Assistant) möglich werden.

Warum aber Blockchain und Federation

Anfangs hatte ich bei Bitcoin und Co. eigentlich nur die Hälfte kapiert. Man kann damit zahlen (Such wow!) aber Bitcoin brachte etwas viel wertvolleres in die Welt. Nämlich die Blockchain. Eine Struktur, die sich auf viele verschiedene Computer und Server verteilt und dadurch fälschungssicher und vorallem ausfallsicher wird. Jeder kann sich diese Struktur in Gänze auf den Rechner laden und damit ein Knotenpunkt des dezentralen Netzes werden. Damit werden dezentrale Suchanbieter, dezentrale soziale Netzwerke und dezentrale Marktplätze möglich!

Federation & ActivityPub

Jetzt stößt aber auch noch ein neues Buzzword hinzu, nämlich ActivityPub. Dezentralisierung erdacht von der W3C und teilweise schon im Twitter Client Mastodon und der Cloudlösung Nextcloud umgesetzt. Bei Nextcloud lassen sich Server, auf denen Nextcloud läuft, mit anderen Nextcloud-Instanzen verbinden um Daten zum Beispiel freizugeben oder zu teilen. Es entstehen so genannte Federations. Auch das soziale Netz Diaspora funktioniert nach dem Prinzip der Dezentralisierung in dem es Nutzerdaten nur auf dem Pod speichert, auf dem man registriert ist. Dennoch lässt sich das ganze soziale Netzwerk überschauen.

Und jetzt kommt mein eigener Blick in die Glaskugel. Dezentralisierung ist die Zukunft, und sie kommt schneller als wir das glauben. In 10 Jahren wird es sicher noch Suchmaschinen geben, diese werden aber nicht mehr auf den Servern von einer Firma gehostet, sondern eher auf jedem Rechner ein bisschen. Daran wird wahrscheinlich auch die Blockchain einen gehörigen Anteil haben.