Tipps wie der Computer wieder schneller wird

Der folgende Beitrag richtet sich explizit an Windows-Nutzer. Mit einem Augenzwinkern muss ich leider einfach sagen, dass Linux solche Tipps nicht nötig hat und bei MacOS ist sowieso Hopfen und Malz verloren (kleiner Spaß, Mac wollte ich nur mal ausklammern). Ist der Windows-Computer also langsam, sind hier ein paar Tipps, wie der Computer wieder schneller wird.

Warum ist der Computer überhaupt langsam?

Vielleicht erst einmal, warum der Computer langsam ist. Da gibt es verschiedene Gründe: Zum einen gibt es softwareseitige Ursachen für einen langsamen Computer und zum anderen hardwareseitige Ursachen. Diese lassen sich ganz einfach unterscheiden. Kann man Teile des Computers tauschen um ihn wieder flott zu kriegen, ist es ein hardwareseitiges „Problem“, alles andere fällt in die Kategorie softwareseitig.

Der Computer ist mal wieder langsam? Tipps wie der Computer wieder schneller wird.

Woran hängts? – Software

Zu viele Autostart Einträge

Hier kann man viel aufzählen und genauso viel auch leicht wieder ausbügeln. Zum Beispiel ist bei vielen Geräten, vor denen ich sitze, um meinen Kunden zu helfen, einiges im Autostart. Das heißt, es wird bei fast jedem Programm, welches man installiert unter Windows, ein eigener Autostart-Eintrag angelegt. Welchen Sinn hat das Ganze? Das soll die Programme besonders schnell starten lassen, da sie ja schon in einem Prozess im Hintergrund laufen oder es soll regelmäßige Updates gewährleisten. Prominentes Beispiel ist der Adobe Updater.

Programme öffnen damit aus dem laufenden System vielleicht schneller, der Computer braucht aber länger beim Starten. Dieses Problem hat man zum Beispiel bei Linux nicht. Dort muss man bei den meisten Programmen den ‚Start mit dem System‘ erst einstellen, zudem updaten die Programme mit dem System, somit entfällt die Notwendigkeit eines Updaters in der Superbar.

Was kann ich tun? Über die Tastenkombination STRG + ALT + ENTF erreiche ich eine Auswahl, bei der ich den Taskmanager aufrufe und dort kann ich, wenn ich „Mehr anzeigen“ auswähle, auch die Start-Einträge aktivieren und deaktivieren. Dort am besten einmal alles deaktivieren, was nicht nach Treiber oder Windows klingt. Also am besten nach Firmen oder Programmen gehen.

Zu wenig freier Festplattenspeicher

Oftmals werde ich auch gefragt, ob der Computer so langsam sei, weil der Kunde zu viele Medien, in Form von Bilder etc., habe und er sie dann nämlich löschen würde. In den meisten Fällen verneine ich erst einmal. Meistens ist ausreichend Speicher vorhanden und es gibt nichts zu tun. Bei wenigen Kunden fällt die freie Festplattenkapazität aber unter ein kritisches Level. Wenn zu wenig freier Festplattenspeicher vorhanden ist, kann Windows langsamer werden.

Das passiert in den meisten Fällen bei Netbooks und Microsofts Antwort auf Chromebooks, ich nenn sie einfach mal Windowsbooks. Diese haben einen oftmals zu gering bemessenen Flashspeicher (16-32 Gigabyte). Dort am besten, wenn ein SD Karten Schacht vorhanden ist, die eigenen Daten oder am besten das ganze Home Verzeichnis, unter Windows heißt das Benutzerordner, auf eine SD Karte verschieben. Aber Achtung: Die Daten dennoch immer sichern, da SD Karten gern mal schneller sterben als reguläre Festplatten oder SSDs.

Was kann ich tun? Wie oben schon erwähnt, Daten am besten auslagern und eine Faustregel beachten, nach der mindestens 15% der Festplatte immer frei bleiben sollte. Das ist zwar eine Regel aus Zeiten, in denen man noch regelmäßig defragmentiert hat, aber generell macht die Regel Sinn, da ein Betriebssystem auch arbeiten können muss und dazu freien Speicher benötigt, zum Beispiel zum Auslagern.

Computer wieder schneller: Weniger ist mehr

Wieder andere Kunden sammeln Programme wie andere Menschen Briefmarken. Aus jeder Computerzeitschrift werden CDs in den Rechner geschoben und alles direkt auf die Platte kopiert und installiert. Zu viele Programme sind auch, unabhängig von den Autostart-Einträgen, problematisch. Lieber eine schlanke Linie fahren! Sein Haus oder die eigene Wohnung stellt man ja schließlich auch nicht voll, bis man gerade noch so durch kommt. Wenn Programme also nicht mehr gebraucht werden, runter damit!

Computer wieder schneller - Weniger ist mehr!

Antivirensysteme und Optimierungstools

Ich bin im Übrigen auch kein Freund von Antivirenprogrammen und Optimierungstools. Oftmals holt man sich damit den Teufel ins Haus! Zum Thema Antivirensystem sei gesagt, dass es einfach nicht mehr den Nutzen hat, wie noch zu Anfang des 21. Jahrhunderts, als man noch mit Telefonmodems ins Internet gegangen ist und sich Schadware langsam verbreitet hat und auch sind AV-Suiten heute selber Teil des Problems, da sie teilweise schlechteren Code mitbringen, im Vergleich zu Windows selber, und auch umfassende Rechte einfordern. Wird also ein Antivirenprogramm gekapert, droht das ganze System korrumpiert zu werden. Ein großartigen Effekt auf die Computersicherheit haben Antiviren Programme auch nicht. Lieber zeitnahe Updates durchführen, Daten regelmäßig sichern und starke Passwörter benutzen die bitte nicht im Browser (Firefox, Chrome, Safari) gespeichert werden!

Aber so ganz ohne Antiviren Programm muss man Windows natürlich trotzdem nicht nutzen. Seit Windows 8 wird der Windows Defender in das System integriert und bietet unter Windows 10 verlässlichen Schutz. Damit spart man Geld (für Lizenzen) und Zeit für die Wartung. Einfach den Defender machen lassen und fertig. Updates bekommt er mit dem System (Windows).

Nun zu Optimierungstools: Hände weg! Und nochmal damit es jeder versteht. Hände weg! CCleaner und Tuneup braucht man nicht. Oder besser, wie blöd muss Microsoft eigentlich sein, um ihr eigenes System nicht richtig optimieren zu können. Nein, da müssen erst externe Firmen kommen, die keinerlei Einblick in das Funktionieren von Windows haben um alles besser zu machen?!

Lieber mal neu installieren!

Temporäre Dateien und Cookies legt das System / der Browser sowieso wieder an. Das Löschen lohnt nicht. Und bevor man da groß „feuch durchwischt“, lieber mal Windows 10 neu installieren. Da das System sich ab Windows 10 merkt, welcher Rechner schon mal Windows 10 benutzt hat, kann man getrost alles platt machen (dafür gibts von Microsoft ein einfaches Tool), und Windows einfach neu aufsetzen. Schon ist alles frisch und riecht auch gleich wie ein Frühlingsmorgen im Himalaya.

Woran hängts? – Hardware

Computer wieder schneller durch eine SSD

Wie bei Software, gibt es auch bei der Hardware Engpässe und Probleme. Eine Lösung, die fast immer einen sofortigen Effekt hat, ist der Austausch der Festplatte. Diese wird mit zunehmenden Betrieb langsamer. Am besten jetzt aber nicht losziehen und eine deckungsgleiche Festplatte kaufen sondern direkt auf eine SSD umsteigen. Warum? Weil eine SSD per se schneller ist als eine reguläre HDD Festplatte. Zudem ist sie leiser, kälter, leichter und stoßunempfindlicher.

Wie das alles möglich ist? Eine reguläre HDD basiert auf einem mechanischen Prinzip, bei dem Magnetscheiben, aufeinander gelagert, von Lesefingern dazwischen beschrieben und gelesen wird. Eine SSD funktioniert dagegen wie ein USB Stick. Im Inneren sind einfach Flash Chips, auf welchem die Informationen gespeichert werden. Der Zugriff schneller und auch sonst entfallen viele Nachteile einer HDD. Nachteil bisher war der Kaufpreis, der sich aber mittlerweile im Bereich des Bezahlbaren eingroovt. Mit einer SSD wird der Computer wieder schneller…garantiert!

Kurzer Hinweis: Bitte kein Image von dem Betriebssystem mit HDD auf eine SSD kopieren sondern ich rate zu einer Neuinstallation. Nur so wird Windows direkt richtig eingestellt und weiß welche Verfahren nicht gebraucht werden (Defragmentieren zum Beispiel).

Computer wieder schneller durch mehr Arbeitsspeicher

Ansonsten ist auch das Checken des RAM-Speichers ein probates Mittel. Ist zu wenig verbaut, fährt man quasi mit einem zu kleinen Benzintank und muss alle Nase lang tanken, oder kann eben nicht viele Programme parallel betreiben. Hat man dann aber zu viele Programme geöffnet, lagert Windows unwillkürlich auf die langsamere Festplatte (egal ob HDD oder SSD) aus, und damit sinkt die Arbeitsgeschwindigkeit. Also lieber den Arbeitsspeicher upgraden, damit der Computer wieder schneller wird.

Computer wieder schneller - Mehr RAM!

Dualband statt 2,4 Ghz

Ist das Internet langsam? Dann hilft auch hier das Tauschen der Hardware. Ein neuer Router mit Dualband und ein neuer WLAN Chip / WLAN Stick, auch mit Dualband,  machen dem Internet, wenn nicht durch Anbieter oder Standort begrenzt, Beine!

Computer wieder schneller machen lassen?

Ist der Computer wieder schneller? Wenn ja, ist alles gut, wenn nein, bin ich natürlich weiterhin als Ansprechpartner im Bremer Raum verfügbar. Damit der Computer schnell wieder in einer normalen Geschwindigkeit funktioniert und eben nicht wertvolle Lebens- und Arbeitszeit auffrisst.