Onlineshop mit WordPress & Woocommerce

Wie komme ich zum eigenen Onlineshop um erfolgreich meine Produkte im Internet verkaufen zu können? Brauche ich unbedingt eine Webdesign-Agentur oder kann ich das nicht auch alleine, vielleicht sogar mit einem Onlineshop Baukasten? Warum kostet ein Onlineshop eigentlich so viel, wenn ich ihn bei einer Agentur erstellen lasse?

Das sind alles Fragen, die ich in diesem Blogpost klären möchte. Daneben zähle ich aber auch die Vor- und Nachteile von Onlineshops auf Basis von WordPress und Woocommerce auf und gebe ein paar Tipps wie man recht schnell zum eigenen Onlineshop kommt. Aber Vorsicht: Nicht jeder kann einen Onlineshop selber erstellen, gerade auch, weil dort vertrauliche (Zahl-)Daten übermittelt werden.

Dennoch ist es auch nicht unmöglich, selber einen Onlineshop auf eigene Faust zu erstellen. Dazu sind aber grundlegende Kenntnisse im Bereich WordPress, Woocommerce und Webdesign von Nöten!

Vorteile eines Onlineshops mit WordPress & Woocommerce

Generell zähle ich hier die Vorteile auch in Abgrenzung zu anderen Möglichkeiten auf, einen Onlineshop zu erstellen. Darunter meine ich vor allem gängige Shopsysteme und Shop-Baukästen. Generell würde ich, gerade wenn man flexibel bleiben möchte, keinen der Shop-Baukästen empfehlen, auch weil man dann auf einen Anbieter oder Hoster festgelegt ist, und im schlimmsten Fall den Onlineshop nicht einmal umziehen kann. Auch die Preise der Anbieter von Onlineshop-Baukästen muss ich dann akzeptieren, wenn diese über die Jahre steigen sollten.

Woocommerce als Basis für den eigenen Onlineshop

Der hohe Grad an Flexibilität

Genauso wie bei einer Website mit WordPress ist auch der Onlineshop mit WordPress und Woocommerce hochgradig flexibel. Das heißt, ich kann jederzeit den Onlineshop zu einem anderen Hosting-Anbieter umziehen, die Domain wechseln und auch jedes anderes Detail des Shops ändern. Angefangen beim Design über die Produkte bis hin zu den Versand- und Zahlungsbedingungen, ist alles auch später noch änderbar.

Das ist ein Grad an Flexibilität den nur wenige andere Shop-Systeme und eigentlich gar kein anderer Onlineshop-Baukasten bietet. Klar ist, dass solche Punkte oftmals nicht berücksichtigt werden, wenn man „schnell und günstig“ einen Onlineshop braucht. Das kann einem später aber auch auf die Füße fallen. Deshalb sollte man im Vorfeld genau überlegen was der Shop können soll und wie viel Arbeit ich selber investieren möchte, um diesen Shop auf die Beine zu stellen.

WordPress, Woocommerce & Plugins

WordPress, als das CMS welches am weitesten verbreitet ist im Internet, bietet eine riesige Auswahl an Plugins und Themes. Viele dieser Plugins sind speziell für Woocommerce und erweitern Woocommerce mit Funktionen, die das Basis-Plugin nicht beherrscht. So lassen sich flexible Versandbedingungen einstellen, so gut wie jede Bezahlmethode integrieren und wenn doch die passende Funktion fehlt, kann man das passende Plugin selber programmieren bzw. programmieren lassen.

Wordpress & Woocommerce bieten für den eigenen Onlineshop die beste Grundlage. Hier gibt es für fast alles ein Plugin!

Eine kurze Suche nach „Woocoommerce“ im WordPress Repository ergibt mehr als 7000 Treffer. Das sind sicher nicht alles Plugins für Woocommerce, aber zeigt es doch die immense Auswahl an Möglichkeiten einen Onlineshop weiter zu individualisieren. Das kann kein anderes Shopsystem oder Onlineshop-Baukasten.

Shop für digitale oder physische Produkt

Egal was man über das Internet verkaufen möchte, Woocommerce machts möglich. Es müssen keine physischen Produkte sein. Auch Video-Serien, Podcasts, eBooks wollen verkauft werden. Dafür ist Woocommerce wie gemacht.

         

Plugins für Finanzen und Buchhaltung

So gut wie jede Buchhaltungssoftware und jedes Fintech, welches sich an Unternehmer richtet, bietet Möglichkeiten den eigenen Onlineshop mit Woocommerce an die eigene Infrastruktur anzubinden. Es gibt Plugins für Billomat, Debitoor, Fastbill und Co. So kann man die Rechnung nicht nur von Woocommerce erstellen und verschicken lassen, sondern direkt vom präferierten Rechnungs- oder Buchhaltungsprogramm.

Verhältnismäßig günstiger Onlineshop

Je nach dem bei welchem Hoster der Shop liegt, sind die monatlichen Kosten für einen eigenen Onlineshop verhältnismäßig günstig. So kostet das Open-Source CMS WordPress gar nichts, das Basis-Plugin Woocommerce ebenso wenig und nur für Hosting, Theme und sonstige Plugins fallen Kosten an. Weiter unten zeige ich, auf welchen Hoster und welches Theme ich nutzen würde. Generell ist ein eigener Onlineshop mit WordPress und Woocommerce günstig im Unterhalt.

Setze ich aber auf Onlineshop-Baukästen, zahle ich in der Regel mehr, für weniger Funktionalität und Umfang. Gerade als Unternehmer, der neu in den Markt startet, sollte man die Ausgaben möglichst minimieren. Hier gäbe es die Möglichkeit zu sparen!

Hoster- oder Domainwechsel

Einer der Punkte, die ich weiter oben schon einmal aufgezählt hatte, ist die Möglichkeit eines Hoster- oder Domainwechsels. Was ist zum Beispiel wenn die Zahlmethode, die am meisten nachgefragt ist, nicht vom Shop-Baukasten unterstützt wird?

Ein späterer Preisanstieg für etwaige Pro-Features ist zum Beispiel auch nicht auszuschließen. Generell würde ich mir, zumindest persönlich, immer ein hohes Maß an Flexibilität beim Hoster und auch bei der Domain sichern. Wenn ich einen günstigeren oder besseren Hoster finde, kann ich eben schnell dahin umziehen. Möchte ich die Domain doch noch einmal ändern, so ist das mit WordPress auch möglich. Wobei man einschränkend sagen muss, dass es nicht ganz so einfach ist wie ein Hosterwechsel.

Was aber wenn der worst case eintritt – Der Anbieter des Shop-Baukastens ist pleite oder bietet die Funktion in Zukunft nicht mehr? Dann bekommt man im besten Fall Monate vorher noch eine Mail, in der angekündigt wird, dass man bis zu einem Stichtag den eigenen Webshop offline gehen lässt. Ähnlich verheerend ist es aber auch, wenn der Baukasten einfach nicht mehr gepflegt wird. Dann fehlen mir wichtige Funktionen im Bereich Sicherheit, Datenschutz und Co. für die Zukunft einfach.

Wie kann ich den Onlineshop aus einem Baukasten umziehen? Gar nicht! Deswegen lieber gleich auf flexible und modulare Lösungen setzen, bei der man sich das beste im Bereich Hosting, WordPress und Woocommerce selber aussuchen kann.

WordPress, Woocommerce & SEO

Flexibilität ist auch bei SEO immer ein Faktor. Oder wie optimiere ich die Ladezeiten bei einem Onlineshop aus dem Baukasten?

Generell bin ich auch deswegen kein Freund von den beworbenen „einfachen und schnellen Lösungen zum eigenen Onlineshop“. Lieber etwas mehr Arbeit investieren und sich die Möglichkeiten offen halten, den Shop später weiter für SEO zu optimieren.

Klar bieten Baukästen oftmals auch Möglichkeiten Alt-Texte, Title-Tags und Meta-Descriptions zu vergeben. Dennoch reicht das SEO-technisch nicht mehr im Jahr 2020. Da geht es auch um SSL-Zertifikate, Ladezeiten, UX / UI und andere Dinge, die teilweise ausserhalb der Reichweite eines Baukasten-Shops liegen.

Die Nachteile eines Onlineshops mit WordPress & Woocommerce

Mehr Arbeit = Mehr Möglichkeiten

Einer der großen Vorteile ist zugleich auch ein Nachteil, denn die Einarbeitung erfordert ein gewisses technisches Verständnis und ggf. Zeit um sich mit den Funktionen von WordPress und Woocommerce vertraut zu machen.

Man stelle sich eine Skala vor, bei der Kosten und Arbeit die beiden Enden darstellen. Will ich Kosten sparen, muss ich mehr selber daran arbeiten, habe ich keine Lust mich einzuarbeiten, muss ich zwangsläufig mehr ausgeben und den Shop vielleicht sogar von einer Webdesign-Agentur erstellen und pflegen lassen.

Will ich die Kosten zu Anfang gering halten, würde ich dazu raten, sich mit WordPress und Woocommerce zu befassen. Für zusätzliche SEO-Dienstleistungen kann man immer noch Geld in die Hand nehmen. Dennoch macht es auf jeden Fall Sinn, sich mit seiner eigenen Website bzw. dem eigenen Onlineshop zu befassen. Wie pflege ich neue Produkte ein? Wie ändere ich Lagerbestand, Preise und Beschreibungstext?

Die Lernkurve ist bei einem Shop mit WordPress und Woocommerce steil aber meistert man diese, ist man bestens gerüstet, den eigenen Onlineshop in Zukunft selber zu administrieren!

Schritte zum eigenen Onlineshop mit WordPress & Woocommerce

Wie gehe ich vor, wenn ich meinen eigenen Onlineshop launchen möchte? Ich schreibe hier ein paar einfache aber sehr grobe Schritte, nach denen man seinen eigenen Onlineshop erstellen kann. Aber Vorsicht, es erfordert doch etwas mehr Fachwissen in den jeweiligen Teilbereichen Hosting & Domain, Webdesign, WordPress und SEO, damit die Unternehmung erfolgreich ist.

Hosting & Domain

Hat man bereits einen passenden Namen für den eigenen Onlineshop, kann man sich direkt eine Domain sichern. Dabei reicht aber das registrieren der Domain und ggf. ein grundlegendes Mailpaket. Hosten würde ich den eigenen Webshop nicht unbedingt beim selben Anbieter.

Ich würde jedem, der es sich zutraut auch den zugrundeliegenden Webserver (Apache, Nginx, Openlitespeed auf Ubuntu) zu administrieren, ein Droplet bei Digital Ocean zu erstellen. Dort am besten WordPress mit Openlitespeed als Droplet anlegen.

Bei Digital Ocean lassen sich auch Droplets anlegen, die auf Openlitespeed setzen statt auf Apache oder Nginx. Damit ist der eigene Onlineshop noch etwas schneller.

Danach kann man seine Domain mit dem Droplet verbinden. Ich würde dazu die Nameserver von Digital Ocean beim Domain-Anbieter hinterlegen. Danach kann man über die Domain auf die WordPress-Einrichtung zugreifen. Vorher lässt sich das zwar auch über die IP-Adresse erledigen aber es macht Sinn direkt die Domain zu verbinden und ein SSL-Zertifikat anzulegen.

Übrigens lassen sich die Droplets bei Digital Ocean jederzeit nach oben skalieren. Ist der Onlineshop an seinen Auslastungsgrenzen angelangt, kann ich jederzeit die nächst höhere Droplet-Größe wählen. Das heißt, das Droplet bekommt z.B. zwei statt einen virtuellen CPU Kern, hat zwei statt einem Gigabyte Arbeitsspeicher oder bekommt einfach mehr Festplatten-Speicher (bei Digital Ocean sind ausnahmslos SSDs am Werk).

So fein lässt sich das bei keinem anderen Hoster auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Bei wenig Budget kann man so klein starten und mit der Zeit wachsen.

WordPress-Einrichtung: Theme & Plugins

Steht das Droplet und die zugehörige Domain, kann man mit der Einrichtung von WordPress fortfahren. Besonderes Augenmerk fällt dabei dem Theme zu, welches auf jeden Fall Woocommerce kompatibel sein sollte. Ich würde auf jeden Fall Generatepress empfehlen. Das ist ein Theme, welches besonders leichtgewichtig und SEO kompatibel daherkommt. Darüber hinaus ist es natürlich auch mit Woocommerce kompatibel. Dafür muss man aber die Pro-Version kaufen und Woocommerce mit dem zugehörigen Pro-Plugin aktivieren. Das Theme in der Pro Version ist aber recht günstig und auf weiteren Websites und Onlineshops einsetzbar.

Generatepress themed auch Woocommerce. Generatepress ist eines der besten Themes für WordPress, egal für welchen Zweck man es einsetzen will!

Bei dem Droplet von Digital Ocean ist auch ein Plugin für den Litespeed Server vorinstalliert. Diese unbedingt installiert lassen, wobei alles andere auch gelöscht werden kann. Darin lassen sich Caching Methoden, Minimifizierung (HMTL, CSS, JS), Lazy Loading, Konvertierung von Bildern (auch mit WebP) und Kompression einstellen und verwalten. Das ist quasi die Allzweck-Waffe um dem Onlineshop Beine zu machen. Daneben braucht man aber weiteres Plugin mehr aus dem Bereich!

Das Woocommerce Basis-Plugin

Natürlich darf bei einem Onlineshop mit WordPress ein Plugin nicht fehlen, und das ist Woocommerce. Dabei reicht erst einmal das Basis-Plugin. Daneben gibt es zwar noch das Woocommerce Admin Plugin aber das braucht man nicht zwingend. Auch Plugins für Bezahl- und Versandmöglichkeiten würde ich erst einmal auslassen.

Ein passendes SEO-Plugin für Woocommerce

Wordpress SEO richtig machen – Ich stelle auch SEO-Plugins für WordPress vor, zum Beispiel The SEO Framework, Yoast SEO und Rank Math. Rank Math eignet sich übrigens auch sehr gut für Onlineshops oder Webshops mit WordPress und Woocommerce

Um auch Produkte zu optimieren braucht man zum Beispiel bei Yoast SEO immer auch noch ein kostenpflichtiges Premium Plugin. Daher geht die Empfehlung in Richtung Rank Math, einem aktuell vollkommen kostenlosen SEO-Plugin, welches auch den Umgang mit Woocommerce beherrscht. Das muss man zwar erst im Rank Math Dashboard separat aktivieren, aber danach lassen sich auch Einstellungen für Woocommerce vornehmen oder die jewieligen Produkte auf SEO trimmen!

Eigener Onlineshop mit WordPress & Woocommerce

Klar kann ich in diesem Blogbeitrag nicht alles Fragen klären, die zwangsläufig auftauchen wenn man seinen eigenen Onlineshop mit WordPress und Woocommerce auf die Beine stellen möchte, aber dennoch hoffe ich, dass ich hier ein paar Anhaltspunkte und Tipps geben konnte.

Vielleicht nochmal zur Frage zurück, weswegen ein Onlineshop immer recht viel kostet, wenn man ihn bei einer Agentur erstellen lässt. Es ist einfach sehr viel Arbeit und Know-How notwendig einen Online-Shop auf die Beine zu stellen. Websites und Webshops sind da ein bisschen wie Eisberge – Man sieht nur das, was aus dem Wasser herausragt, also den Shop an sich. Dennoch fällt einiges an Arbeit an, was nur im Hintergrund zu sehen ist. Darunter zählt eben auch das Shop-SEO was absolut notwendig wird, soll der Onlineshop auch im Internet gefunden werden.

Generell stehen wir als Agentur natürlich immer auch zur Verfügung, wenn es doch zu kompliziert werden sollte. Wir bringen nicht nur einiges an Erfahrung im Bereich WordPress, Woocommerce und SEO mit, sondern arbeiten auch an flexiblen Lösungen für den eigenen Onlineshop. Einfach kontaktieren und wir legen zusammen los!