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Fedora 29, Container und der atomare Desktop

Nach einem kurzen Intermezzo mit Ubuntu 18.10 bin ich jetzt doch wieder Fedora Nutzer. Mir gefällt die Optik von Ubuntu ausgesprochen gut, vor allem das Community Theme Yaru ist echt schick. Dennoch ist Fedora zumindest technisch aktuell der heißere „Shit“. Das liegt nicht zuletzt aus der Containerisierung und der atomaren Workstation.

Zwischen den Desktops

Ich empfinde es als große Stärke, dass man sich bei Linux Distributionen zwischen verschiedenen Desktops und Konfigurationen entscheiden kann. Ungleich Windows oder Mac OS gibt es hier eine Auswahl, für jeden Computer oder auch für jeden Nutzer. Dass es mir aber schwer fällt mich zwischen dem selben Desktop in verschiedenen Flavors zu entscheiden hätte ich auch nicht gedacht. Optisch hebt sich Ubuntu 18.10 ja wieder ordentlich ab und wird schon fast für Unity gehalten, obwohl Gnome 3.30.

Dennoch hat beim Unterbau Fedora gerade die Nase vorn. Ich klammere übrigens bewusst mal andere Distributionen aus. Unter anderem Arch, OpenSuse, Debian, Linux Mint und Co. Mir geht es um Distributionen, die den Linux Desktop elementar weiterbringen. Da sehe ich aktuell Ubuntu, Fedora und maximal noch OpenSuse vorn. Diese bringen Konzepte mit, um eben auch Normal-Computer-Nutzer von Windows und Co. loszueisen oder bringen technische Neuerungen ins Linuxspektrum mit ein.

Fedora 29 Default Wallpaper - Container und modulares Konzept

Fedora und die atomare Workstation

Fedora versucht seit einigen Versionen den Desktop, oder in deren Sprech die Workstation, zu containerisieren. Was man schon im Server Bereich benutzt, kann ja auch im Desktopsegment nicht falsch sein. Unteranderem gibt es jetzt nicht nur die normale Workstation in Version 29, die auch schon versucht modularer zu werden, sondern auch Fedora Silverblue. Das ist die umgetaufte Fedora atomic Workstation.

Was kann Fedora Silverblue?

Silverblue baut auf einem Image auf, welches nicht in Paketen geupdated wird, sondern im Ganzen. So lässt sich das System im Notfall auf einen funktionsfähigen Stand zurückrollen, falls der Computer nicht mehr startet. Desktop Anwendungen liegen darüber als Flatpak vor und lassen sich mit dem Gnome Store installieren und updaten. Alternativ lassen sich auch reguläre RPMs in einem separaten Container installieren, das wiederum mit rpm-ostree.

Der Gnome Store - Einer der Grundpfeiler des Container Konzepts

Die große Neuerung im Linuxbereich

Wer erinnert sich nicht an die Aussage von Linus Torvalds, der sein Programm, welches er für Taucher entwickelt hat, nicht mehr für Linux veröffentlichen wollte, da es zu viele Paketformate gibt, die es zu unterstützen gilt. Mit Flatpaks bricht quasi eine neue Zeit an. Pakete können quasi in neuster Version, unabhängig von der zugrunde liegenden Distribution installiert werden. Das ist vielleicht die größere Neuerung im Linuxbereich dieser Tage.

Mehr Container als am Hamburger Hafen

Gerade kam Flatpak 1.0 raus und Flathub, ein Repo für Flatpaks, lässt sich leichter denn je in den Gnome Store einbinden. Zusammen mit dem atomaren Ansatz von Fedora Silverblue wird die Zukunft modularer und Container machen den Einsatz des Linuxdesktops einfacher.

Das Team von Silverblue hat auch zum Testen der aktuellen Version aufgerufen und sucht generell noch Tester. Ich war kurz davor mir Silverblue zu installieren, hab dann aber doch zur „konservativen“ Fedora 29 Workstation gegriffen. Derzeit sind es zwar schon einige Apps und Programme, die es als Flatpak gibt, aber es fehlen mir noch einige wichtig. Es ist zwar möglich reguläre RPMs zu installieren, damit hebelt man imho aber das Konzept etwas aus. Ich warte dann eben noch, bis zumindest der Gravit Designer und Enpass auch als Flatpak verfügbar sind.

Um nochmal ein Fazit zu ziehen, warum ich nun wieder Fedora nutze, ist es eben genau das. Fedora hat technisch aktuell die Nase vorn und ist eines der spannendsten Distributionen derzeit.