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Benny

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Mrz 06, 2017

Deinstalliert euer Antivirenprogramm!

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fragbenny über das klassische Antivirenprogramm

Schmeißt runter das Antivirenprogramm!

„Wie, was, Antivirenprogramm deinstallieren?! Das braucht man doch für die Sicherheit des Computers.“ – Warum Antivirensysteme wie Avira Antivir, Avast, AVG, Bitdefender, Comodo, Kaspersky, Norton, McAfee  und Co. oft gar nicht helfen oder sogar nachteilig sein können erfahrt ihr im folgenden Blogbeitrag.

Das wichtigste für die Sicherheit auf dem Computer ist das Antivirenprogramm

„Brauch ich denn keinen Virenscanner, kein Virenschutz, Schutz vor Phishing, keine Firewall und am besten noch eine Möglichkeit den Rechner gleich noch von Cookies, temporären Dateien und vermeintlichen Unrat zu reinigen?!?!“

Da muss ich klar sagen Nein, braucht man nicht! Wichtige Bestandteile zur Computersicherheit bringt Windows 10 zum Beispiel schon mit. Darunter ein rudimentäres aber ausreichendes Antivirus Programm sowie eine Firewall. Auch Browser können schon selber für die eigene Sicherheit sorgen und benötigen keine Addons. Zum Optimierungs-Surplus was mittlerweile vielen Antivirenprogrammen innewohnt, das kann man auch getrost Windows überlassen.

Auch wenn es gebetsmühlenartig wiederholt wird, stimmt es doch kein bisschen mehr. Auch lassen sich mit solchen Aussagen selbsternannte Profis enttarnen, die sich zwar nach eigener Aussage immer ’super‘ auskennen, aber irgendwie doch nicht so informiert sind. Welche Gründe aber effektiv gegen den Einsatz von Antivirenlösungen sprechen zähle ich an der Stelle gern nochmal auf.

  1. Antivirensoftware kann nicht mehr mit der Geschwindigkeit des Internets mithalten. In Zeiten, in denen sogar die Bundesregierung Schadware einsetzt, ist es pure Illusion zu glauben, sicher sein zu können wenn man nur die gekaufte Version von Antivirenprogramm XY runterlädt und installiert. Die Hersteller solcher Programme können die entsprechenden Signaturen gar nicht so schnell ausliefern wie sie gebraucht würden.
  2. Antivirenprogramme bergen oft mehr Sicherheitslücken pro Codezeile als das darunterliegende Betriebssystem. Somit schafft man sich Angriffsvektoren wo, durch das bloße Weglassen der Programme, keine wären. Antivirus wird so zur Farce.
  3. Gekaufte AV-Programme sind zudem absolute Geldverschwendung. Ob der Gewissheit der eigenen Nutzlosigkeit versucht mittlerweile jede große Antivirensuite einen Mehrwert, in Form von Cleaning-Tools, mitzubringen. Das diese noch größerer Unsinn sind beschreibe ich gern in einem folgenden Blogbeitrag ausführlicher.
  4. Es gibt Beispiele für Anti Spyware, die im Endeffekt Daten über den Nutzer an den Hersteller der Software geschickt hat.
  5. Virenscanner belasten das System und fressen Ressourcen für einen minimalen Nutzen. Zudem sind die Erkennungsrate bei relativ neuer Malware recht gering.
  6. Browserschutz als Bonus beworben ist sogar nachteilig, denn häufig wird die Sicherheit, des sonst sichere Browsers, durch schlampig programmierte Security Addons ausgehöhlt. Zudem ist die Schutzwirkung so gut wie nicht vorhanden.

Wie sichere ich aber meinen Computer ab wenn nicht über ein Programm zum Virenschutz?

Unter Linux und MacOS bedarf es keines Antivirenprogramms, unter Windows reicht der vorinstallierte Windows Defender. Dieser ist kostenlos, ist gut in das System (Windows) integriert und wird mit dem System geupdated. Auch die Codequalität wird an die, von Microsoft Windows heranreichen, da beides von Microsoft stammt. Ansonsten bitte auch kein zweites Antivirenprogramm installieren. Das sehe ich häufig aber bringt gar nichts, eher das Gegenteil. Der Computer wird zudem noch langsamer durch den parallelen Betrieb zweier Antivirus Programme.

Ansonsten stehen bei der Computersicherheit im Jahre 2017 ganz andere Punkte auf der Agenda. Regelmäßige Updates sind dabei die Grundvorraussetzung für ein einigermaßen sicheres System. Als zweiten Punkt rate ich zu selber Achtsamkeit, die man auch im Privatleben an den Tag legen würde. Etwas mehr Skepsis im Internet ist immer gut. Auch helfen starke Passwörter, die Verwendung eines Password-Safes und Zwei-Faktor-Authentifizierung im Umgang mit Accounts im Internet.

Sollte das Kind aber dennoch in den Brunnen gefallen sein, ist es ratsam Windows komplett neu zu installieren und die Daten über ein [vorher, regelmäßig angelegtes!] Backup wieder zurückzuspielen. Windows 10 bietet die nützliche Funktion, dass Windows sich automatisch wieder aktiviert, sollte es schon einmal auf dem gleichen Gerät aktiviert worden sein. Das heißt auch eine Neuinstallation wurde seitens Microsoft einfacher gestaltet.

Bei Fragen zum Thema Antivirenschutz und Datenschutz stehe ich natürlich gern zur Verfügung.

Hier noch ein Artikel über Ransomware. Hilfe bei Viren und Trojanern? fragbenny!