Content-Strategie richtig gemacht

Wie funktioniert eine gute Content-Strategie? Wie schreibe ich guten Content auch für SEO? Ist Bloggen gut für SEO? Das sind alles Fragen, die ich gern im folgenden Blogpost kläre.

Die Idee zu dem Blogbeitrag kam mir vor kurzem, als ich die Website eines Kunden näher analysiert habe. Ich hatte direkt das Gefühl, es wird geschrieben und gebloggt um des Bloggens willen. Das kommt mir auch bekannt vor, weil ich selber so in den Bereich SEO gerutscht bin. Ich habe also selber auch Blogbeiträge produziert ohne im Vorfeld darüber nachzudenken wer das lesen soll oder bei welchem Keyword ich überhaupt auftauchen möchte.

Viele verhalten sich ähnlich und produzieren Blogbeiträge und Texte auch weil es oftmals heißt, dass man für SEO bloggen soll. Dennoch kann man dabei einige Fehler machen und zeige welche das sind!

Content Strategie für SEO

Generell wird ja im Bereich SEO öfter gesagt, dass Inhalte sehr wichtig sind. Das ist auch nicht von der Hand zu weisen. Ich persönlich würde Inhalte wie Texte, Bilder, Videos und Podcasts als Rankingfaktor Nummer 1 sehen. Erst danach kommen Backlinks, technische Details wie Ladezeiten etc. Aber gerade beim Inhalt und bei der Strategie machen viele Fehler. Welche das sind zähle ich hier auf.

Mögliche Fehler bei der Content-Strategie

Keine klare Keyword-Strategie

Das ist das wirklich allergrößte Problem von vielen Websites und Blogs. Es gibt einfach keine klare Keyword Strategie. Alle Keywords, für die man in der Google Suche auftauchen will, werden auf allen Seiten verwendet und auch in den Permalinks der jeweiligen Unterseiten wird alles reingeknallt. Wie soll Google wissen welche Unterseite für was auftauchen soll?

Klar, nicht jeder bloggt für SEO aber trotzdem sollte man sich nicht verbauen, potentielle Interessenten über die Google Suche auf die eigene Website zu lotsen. Das klappt aber nur mit einer eindeutigen Keyword-Strategie!

Schritte zur optimalen Keyword-Strategie

Schritt 1 – Keyword-Recherche: Was sucht meine Zielgruppe. Für wen schreibe ich überhaupt? Wie stark ist die Konkurrenz? Das sind alles Fragen, die man im Vorfeld klären sollte. Andernfalls liest die Texte, die man schreibt, egal ob im Blog oder auf der Seite, niemand. Ein Tipp ist da Ubersuggest von Neil Patel. Ein kostenloses Tool in dem ich nachschauen kann wie oft ein bestimmtes Wort pro Monat gesucht wird und wie die Konkurrenzsituation ist. Der sweet spot ist dabei ein Keyword, bei dem die Konkurrenz niedrig ist, was aber dennoch häufig gesucht wird.

Ubersuggest zur Keyword-Recherche

Schritt 2 – Keywords mappen: Keywords sollten ganz klar Unterseiten und Blogposts zugeordnet werden. Kein Keyword sollte doppelt oder generell mehrfach verwendet werden. Als Hilfe dient z.B. eine Excel-Tabelle in der Keywords samt Suchvolumen pro Monat und zugewiesener URL eingetragen wird.

URLKeywordmonatliches Suchvolumen
/content-strategie/Content Strategie720

Schritt 3 – Seiten ggf. zusammenlegen: Gibt es schon einen Blog oder eine Website, dann kann ich da natürlich jederzeit aufräumen. Da bloß nicht zimperlich sein. Google schätzt qualitativ hochwertige Seiten und trotzdem verwässern viele ihre Website mit kurzen Blogposts, welche nahezu keinen Mehrwert bieten. Oftmals enthalten alte Blogposts auch zu wenige Wörter um wirklich relevant zu sein oder ein Thema optimal zu erfassen.

Ist eine Excel-Tabelle erstellt, kann entschieden werden welches Keyword welcher URL zugeschlagen wird und qualitativ minderwertige Inhalte werden rigoros gelöscht und die URLs via 301 weitergeleitet. Dabei aber darauf achten auf eine thematisch passende Unterseite weiterzuleiten. Suchende die bestimmte URLs aufrufen und dann nicht das finden, was sie eigentlich suchen, sind schnell frustriert und das will Google um jeden Preis vermeiden.

Der falsche Aufbau einer Website / eines Blogs

Was ich auch oft sehe, ist der falsche Aufbau einer Website. Wichtige Keywords werden verbloggt und tauchen demzufolge in der Google Suche gar nicht auf und unwichtige Keywords sind als Unterpunkt im Menü verlinkt.

Struktur und Hierarchie sind zentrale Punkte einer Content-Strategie, zumindest wenn man mit SEO erfolgreich gefunden werden will. Wie sollte eine Website oder ein Blog also aussehen? Ganz einfach: Wie eine Pryramide!

Die Hierarchie einer Website sollte aussehen wie eine Pyramide. Die Startseite ganz oben und die Produktseiten darunter. Ganz unten unterbaut man den Content mit passenden Blogposts.

Ganz oben ist die Startseite. Diese erhält den meisten Linkjuice von außen durch Backlinks. Pyramidal darunter kommen die wichtigsten Produkt- und Dienstleistungsseiten. Das heißt: Alles was ich anbiete, sollte eine eigene Unterseite bekommen, welche leicht über das Menü erreichbar ist.

Wiederum eine Ebene darunter kommen die Blogbeiträge. Diese unterfüttern die Seiten thematisch. Gibt es ein Keyword, zu welchem ich ranken möchte, was aber nicht auf einem der Unterseiten stattfinden und auch keine eigene Unterseite erhalten soll, dann warum nicht in einem Blogpost beschreiben?

Blogbeiträge dürfen im Gegensatz zu den Dienstleistungs- oder Produktseiten gern eher auf Mehrwert und Information setzen. Hier muss nicht unbedingt etwas verkauft werden, sondern sie können zum Brandbuilding genutzt werden. Hier gebe ich einfache Tipps und vermittele Fachwissen für lau. Will der Leser mehr wissen oder eine z.B. Beratung in Anspruch nehmen, komme ich mit der Dienstleistungsseite ins Spiel!

Auch eine Paywall für Texte und Video-Inhalte ist denkbar. Generell setzt aber schon eine gewisse Leserschaft voraus.

Zu kurze Blogposts & Unterseiten

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten in denen Yoast SEOs Ampellogik vorgab, 300 Wörter zu erreichen für die optimale Textlänge. Mittlerweile ist länger besser! Nicht nur weil Google ganzheitliche Seiten und Blogposts präferiert. Das heißt, besser eine Seite zu einem Thema, die wirklich von A bis Z alles abhandelt statt mehrerer Seiten oder Blogposts, auf denen jeweils nur Teile eines Themas stattfinden. Das hat auch für den Leser Vorteile. So kann er auf einer Seite alles relevante finden. Keine Sorge wenn die Seite oder Blogposts zu lang zu werden scheint. Menschen lesen nicht von oben bis unten den kompletten Beitrag sondern skimmen mithilfe von Zwischenüberschriften zu den Stellen, die sie interessieren!

Was macht man mit zu kurzen Blogbeiträgen und Seiten? Am besten thematisch zusammenfassen oder kurzerhand mit Inhalten aufforsten. Zwei Beiträge zu ähnlichen Themen lassen sich gut zusammenfassen oder alternativ kann man Blogbeiträge jederzeit auch ausbauen!

Duplicate Content

Texte sind teilweise auf mehreren Unterseiten fast identisch? Oder erreicht man bestimmte Texte über verschiedene URLs? Dann hat man ein Problem mit Duplicate Content.

Google möchte das unbedingt vermeiden um Speicherplatz beim Indexieren zu sparen. Denn was bringen nahezu deckungsgleiche Inhalte unter verschiedenen URLs oder noch schlimmer unter verschiedenen Domains? Bestimmt keinen Mehrwert für den Suchenden. So sollte man auch tunlichst davon absehen Texte von anderen Websites zu kopieren. Über den Duplicate Content Aspekt hinaus, hat man so nämlich auch schnell Probleme mit den Urheberrechten von Autoren.

Abhilfe schafft hier originärer, eigener Content, den man nur unter einer URL zur Verfügung stellt.

Keine thematische Ausrichtung der Website

Google hat vor kurzem inoffiziell davor gewarnt einen digitalen Bauchladen zu betreiben. Eine Website oder ein Blog sollte eine ganz klare thematische Ausrichtung aufweisen. Am Beispiel von fragbenny findet man auf dieser Website / dem Blog nur Inhalte rund um Online-Marketing, SEO und Webdesign. Hier wird man keine Kochrezepte oder DIY-Handwerks-Tipps finden.

Ausnahmen bilden persönliche Blogs, bei denen egal ist, ob man bei Google gefunden wird. Oftmals wird ja nur für die eigene Followerschaft, Freunde oder Familie gebloggt. Da ist dann auch wirklich egal was man auf der eigenen Website stehen hat.

Zu wenig oder gar keine multimedialen Inhalte

Google legt immer mehr Wert auf multimediale Inhalte einer Website oder eines Blogs. So bringt reiner Text nicht mehr den gewünschten Erfolg. Besser ist es, Texte mit Bildern, Grafiken, Videos oder Audio-Inhalten zu unterstützen.

Wer keine Lust hat eigene Bilder zu verwenden, kann auch auf passende Stock-Fotografien setzen. Hier bietet sich zum Beispiel das Portal Unsplash.com an. Hier gibt es gemeinfreie Fotografien, bei denen nicht einmal ein Urheber genannt werden muss. Absolute Sicherheit in rechtlicher Hinsicht bringen aber nur eigene Bilder.

Content Spreading & Content-Strategie

Der Blog ist ausgemistet, die Website aufgeräumt. Alles hat eigene Keywords zugewiesen bekommen und jetzt geht es darum die eigenen Inhalte auch sichtbar zu machen. Da kommt Content Spreading ins Spiel. Aber wie verbreite ich meinen Content? Hier ein paar einfache Tipps wo man seinen Content lancieren kann.

Generell richtet sich die Content-Spreading-Strategie auch ein bisschen danach wo ich meine meine Zielgruppe oder Leserschaft optimal zu erreichen!

Google News

Google News hat verschiedene Phasen durchlaufen. Zeitweise gab es sogar konkurrierende Plattformen (meist auf Android-Smartphones) wie zum Beispiel Google Kiosk und Google News & Wetter. Mittlerweile ist alles in Google News zusammengefasst und auch Publisher haben mittlerweile nur noch einen Zugang statt zweien. Vor kurzem war es auch nicht möglich sich für Google News mit seinem Blog anzumelden, wenn man nicht über tagaktuelle Themen gebloggt hat. Dadurch, dass aber jetzt zwei Plattformen zu einer zusammengelegt wurden, ist es leichter möglich dort seine Inhalte zu veröffentlichen.

Content Spreading als Teil einer Content Strategie mit Google Publisher, dem Backend von Google News

Zu finden ist das Publisher Center von Google News unter https://publishercenter.google.com/

Generell lässt sich dort auch Blogs und Medien folgen. So auch dem Blog von fragbenny.de. Gern einfach hier abonnieren und auf dem Android Smartphone die neusten Inhalte anzeigen lassen. fragbenny bei Google News.

Thematisch passende Blognetzwerke

Langezeit war ich als EDV-Berater in Bremen tätig und habe über Themen wie Linux und Open Source gebloggt. Dabei wurden meine Blogposts über OSBN, dem Open Source Blog Network, ausgespielt. Somit haben die eigenen Blogposts einige Menschen lesen können, ohne groß bei Google auftauchen zu müssen.

Ähnliche Blog-Netzwerke gibt es aber auch in anderen Bereichen. Egal ob zum Thema Gesundheit, Technik, Regionales oder Allgemeines. Mit der richtigen Recherche lassen sich schnell Netzwerke ausfindig machen, bei denen man sich einfach anmelden kann und direkt mithilfe seines RSS-Feeds Inhalte teilen kann.

Social Media

Auch Social Media eignet sich zum Teilen von Inhalten der eigenen Website. Generell würde ich immer dazu raten wertvollen Content an Soziale Netzwerke zu „verschwenden“. Warum einen ellenlangen Text bei Facebook posten wenn sich daraus ein wunderbarer Blogpost stricken lässt, den ich im Nachgang auch noch posten kann?

Also Inhalte auf die eigene Website und danach einen Post in den sozialen Netzwerken absetzen. Dabei kann ich auch Hashtags setzen und so neue Leser erreichen.

Content Strategie & Social Media – Hier der Twitter Account von fragbenny

Was spricht gegen das Posten von Inhalten in Portalen wie Facebook? Löscht Facebook die eigene Likepage, warum auch immer, ist der Inhalt, den man da gepostet hat, erst einmal weg. Auf der eigenen Website hat man die Oberhand über eigene Inhalte und ist weniger abhängig von Portalen und Netzwerken wie Facebook und Co. Besser hier posten und danach in den sozialen Medien posten!

Google My Business Beitrag

Nicht für jeden interessant aber gerade für lokale Unternehmen, Firmen, Startups oder Selbstständige ist Google My Business eine gute Adresse um Blogposts und Neuigkeiten zu posten. Hier gibt es seit einiger Zeit eine Möglichkeit Beiträge abzusetzen und zu verlinken. Relativ analog zu sozialen Netzwerken kann man den Text kurz anteasen und mit Hashtags unterfüttern.

Content Spreading bei Google My Business

Wer sich weiter mit Google My Business beschäftigen will, kann sich auch meinen Google My Business Guide durchlesen. Hier gibts konkrete Tipps zur Plattform!

Fazit zur optimalen Content-Strategie

Eine gute Content-Strategie setzt ein gewisses Maß an Planung voraus. Einerseits sollten Keywords recherchiert werden, bei denen man in der Google Suche auftauchen möchte, zumindest wenn Content auch im Bereich SEO verwendet wird, daneben sind aber auch Punkte wie Multimedia und Conten Spreading ein wichtiges Thema.

Elementare Fragen könnten sein. Wen will ich überhaupt erreichen? Was bezwecke ich mit meinen Inhalten? Ist Content für mich ein Marketing-Vehikel oder will ich eine Followerschaft / Leserschaft aufbauen um meine Marke herauszubilden?