Baukasten vs. CMS für die eigene Webseite

In Zeiten von Apple, Fast Food und Google hat eigentlich keiner mehr Lust, sich in Dinge einzuarbeiten. Deswegen kauft man sich Apple, „weil das ja so einfach ist“, isst Fast Food „weil es schnell geht“ und wenn man keine Ahnung hat, befragt man einfach Google. Sich selber Dinge anzueignen, sich reinzuknien ist Arbeit, dauert und macht oftmals keinen Spaß. Langfristig bringt es einen aber weiter. Hier mal ein kleines Baukasten Webseiten vs. CMS  à la Wordpress.

Zuerst mal die kurze Begriffserklärung, was ich unter Baukasten verstehe. Baukästen sind Systeme aus denen man schnell und „einfach“ eine Webseite zusammenzimmern kann. Diese werden von diversen Hostern angeboten oder manchmal bietet die Firma dahinter gar nichts anderes (*hust* Wix, Jimdo, Squarespace). 

„Aber aber aber man kann damit schnell seine Webseite selber bauen auch ohne HMTL, CSS und Ahnung!“ Das mag wohl stimmen, dabei bleibt aber vieles auf der Strecke. Hier mal ein paar Situationen, bei denen man die obigen Lösungen bereuen könnte.

Nachteile von Baukasten Systemen

  1. Die Firma dahinter geht pleite und die Webseite ist von heut auf morgen weg. Zugegeben, ist recht abwegig, kann aber passieren. Punkt 2 schließt da auch direkt dran an.
  2. Es gibt oftmals keinen Weg die Webseite umzuziehen. Die Domain vielleicht, den Inhalt / Content, also Bilder und Texte und auch die Struktur der Seite nicht.
  3. Man bezahlt, zum Teil monatlich, horrende Summen. Das geht billiger, vorallem bei besserer Qualität der eigenen Seite.
  4. Schnell erstellt, aber wenns um Details geht, ist oft Essig. Sicher ist die Seite schnell auf die Beine gestellt, sie sieht aber wahrscheinlich aus wie 5000 andere Seiten, die das selbe Theme benutzen und so richtig ändern kann man auch nichts. Vielleicht will man später das Design komplett auf den Kopf stellen und eine Art Salvador Dali Webseite basteln. Das kann man dann vergessen.
  5. Auch an der Geschwindigkeit und der Optimierung für Suchmaschinen lässt sich nichts mehr drehen.

Deswegen am besten einfach etwas mehr Zeit und Hirnschmalz investieren und ein vernünftiges CMS nehmen. Was ist nun aber ein CMS? Ein so genanntes Content Management System, ist auch eine Art Baukasten für die Webseite, ist aber noch etwas freier, komplizierter und bietet viel mehr Möglichkeiten. Ein Beispiel dafür ist WordPress, welches eigentlich der quasi Standard im Netz ist. Es gibt aber natürlich noch eine Quadrillion an anderen CMS zum Beispiel Typo3, Drupal, Jomla!. Selbst CMS ohne Datenbank (Index für Texte und Inhalte) gibt es zuhauf. Ich würde da zum Beispiel Grav einsetzen.

Vorteil von CMS ohne Datenbank, so genannten Flat File CMS, ist, dass sie eben ohne Datenbank auskommen, damit einfacher zu warten sind und auch der Umzug leichter von statten geht. Mitunter sind sie durch den Verzicht auf eine Datenbank auch schneller.

Warum ein CMS statt eines Baukasten benutzen?

Eigentlich könnte ich dafür die obige Liste einfach negieren (weil Minus mal Minus ist plus oder so), also einfach das Gegenteil. Das würde generell auch hinkommen, aber dennoch steckt viel mehr dahinter. Da es einfach auch für jeden Zweck ein spezielles CMS gibt, ist auch das ein dezidierter Vorteil. Ich kann ein explizit schnelles Flat File CMS nehmen, um eine schnelle Seite zu erstellen, die eben nicht viel mitbringen muss. Das macht bei Blogs Sinn, denen es primär um Inhalte geht.

Es gibt aber auch CMS, die sich an Fotografen richten, um eben Bilder gut darzustellen. Wobei das natürlich viele CMS, allen voran WordPress, auch können.

Viele CMS wie WordPress und Co. sind kostenlos und Open Source. Sie enthalten in der Tendenz weniger Sicherheitslücken. Auch die Geschwindigkeit der Innovation spielt dabei eine Rolle. WordPress glänzt immer wieder mit sinnvollen Neuerungen. Aktuell ist es ein neuer Editor für Texte, der zwar nicht von allen gut gefunden wird, der aber in Zukunft das Erstellen von Inhalten vereinfachen soll.

Einmal erstellt, lässt sich alles noch ändern

Meine Webseite habe ich vor Urzeiten bei United Domains erstellt. Damals gabs schon die Möglichkeit, diese mit einem Klick aufsetzen zu lassen. Danach stand quasi das WordPress Gerüst, ohne dass ich mich um Datenbank und Co. Gedanken machen musste.

Diese Seite hat sich aber schon wieder so oft verändert, dass man eigentlich von einer gänzlich neuen Seite sprechen kann. Sie hat mittlerweile mehrere Male den Hoster gewechselt und liegt nun mittlerweile auf einem eigenen Server bei Digital Ocean. Vorher waren zum Beispiel Hoster wie Uberspace ihre Heimat.

Zeitweise habe ich auch ein CDN eingesetzt. Das ist ein so genanntes Content Delivery Network. In meinem Fall war es lange Zeit Cloud Flare. Damit kann man etwas mehr Geschwindigkeit aus der Seite holen und diese auch etwas besser vor Angriffen schützen.

Das Theme ist mittlerweile das dritte oder vierte. Immer wieder lässt sich so etwas ohne großen Aufwand ändern. Auch einzelne Farben, Schriftarten, Bilder lassen sich tauschen. Einzig bei den Links gibts wenig Spielraum ohne die Stabilität der Seite zu gefährden.

Die Blogartikel und Seiten befinden sich auch kontinuierlich im Wandel. Sie werden um Texte, Updates und Bilder ergänzt. Das lässt sich sicher auch bei Baukästen machen, aber das wars dann da auch schon wieder.

Visual Composer, der Baukasten für WordPress

Halbwegs zum Schluß muss ich mich auch nochmal gegen bestimmte Themes und Plugins für WordPress aussprechen. Wenn jetzt die Entscheidung zu Gunsten von WordPress oder einem anderen CMS gefallen sein sollte, dann bitte dabei nicht aufhören, sich reinzuarbeiten. Die nächste, nicht so gute Entscheidung, neben einem Baukasten, ist der Griff zu einem Theme, welches mit dem Visual Composer arbeitet. Dort kann man quasi auf der Seite selber Textblöcke, Bilder und andere Dinge an Ort und Stelle verschieben. Finger weg davon!

Warum? Weil so ein Theme viel mehr Code mitbringt, dadurch langsamer wird, unsicher gegenüber Schwachstellen, in den meisten Fällen nicht adäquat geupdated wird und auch nicht mehr gut verändert werden kann. Lieber ein gutes, schlankes Theme benutzen, welches sich auch gut verändern lässt und regelmäßig Updates bekommt. Dann hat man über Jahre viel Spaß an der eigenen Seite.

Selber machen ist zu schwierig? fragbenny!

Klaro muss jetzt natürlich auch ein kleiner Appell folgen. Wer sich dazu nicht im Stande sieht aber später gern selber Inhalte einpflegen können will, der kann sich gern von fragbenny und electronic.works eine Seite erstellen lassen. Preise und andere Dinge können Sie gern via Mail erfragen!